Der Landesjugendring NRW fordert: Jugendbeteiligungsformate im Strukturwandelprozess brauchen Qualitätssicherung und ausreichende finanzielle Ausstattung
Der Landesjugendring NRW hat 2023 gemeinsam mit dem Institut für soziale Innovation (ISI) die Jugendbeteiligungslandschaft des Rheinischen Reviers analysiert. Am heutigen Tag übergibt der Bürgerrat Rheinisches Revier seine Handlungsempfehlungen an die Landesregierung NRW. Diesen Anlass nutzt der Landesjugendring NRW, die Studienergebnisse erneut aufzurufen.
Jugendbeteiligung im Strukturwandelprozess des Rheinischen Reviers wird nicht so umgesetzt, dass sie die rechtlichen Rahmenbedingungen bedarfsdeckend ausschöpft – das war eines der Ergebnisse aus der gemeinsamen Studie des Landesjugendrings NRW und des Instituts für soziale Innovation aus dem Jahr 2023. Auch wurde festgestellt, dass fehlende personelle und finanzielle Ressourcen verhindern, dass Partizipationsformate jugendgerecht und nach Qualitätsstandards umgesetzt werden können.
Junge Menschen in Strukturwandelprozessen einzubinden ist eine Chance!
Denn junge Menschen bringen einiges an Ideen und Zukunftsvisionen mit. Marei Schmoliner, Vorsitz des Landesjugendrings NRW, erklärt: „Die Studie zeigte deutlich, dass junge Menschen Interesse daran haben, an Strukturwandelprozessen beteiligt zu werden. Die mehrheitliche Wahrnehmung ist allerdings, dass zwar punktuell eine Beteiligung junger Menschen stattfindet, diese aber nur einen geringen politischen Handlungsdruck ausübt.“
Ralf Steigels, stellvertretendes Vorstandsmitglied, ergänzt: „Die Visionen, Ideen und auch Sorgen junger Menschen in all diese Prozesse einzubeziehen ist eine Chance. Wenn sie genutzt wird, kann das Rheinische Revier eine nachhaltige und jugendgerechte Zukunft für künftige Generationen sichern und eine Vorbildfunktion für andere Strukturwandelregionen in Deutschland und Europa einnehmen.“
Was hat sich seit der Studie in der Jugendbeteiligung im Rheinischen Revier getan?
Seit Durchführung der Studie 2023 haben sich neue Entwicklungen in der Jugendbeteiligungslandschaft im Rheinischen Revier ergeben. 2025 wurde ein Bürger_innenrat einberufen, dem auch junge Menschen ab 16 Jahren angehören. Die vom Rat erarbeiteten Handlungsempfehlungen werden heute, am 24. September 2026 an das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW übergeben.
Außerdem haben im Juni 2026 die Zukunftsagentur Rheinisches Revier und die Stadt Mönchengladbach ein gemeinsames Positionspapier zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung für die vom Strukturwandel betroffenen Kommunen erarbeitet und eine Netzwerkveranstaltung durchgeführt. Daraus soll ein „praxisnaher Leitfaden für Jugendbeteiligung im Strukturwandel“ entstehen, der zum Ziel hat, „Jugendbeteiligung dauerhaft politisch und strukturell vor Ort zu verankern“.
Kommende Beteiligungsformate müssen sich an Qualitätsstandards gelungener Jugendbeteiligung orientieren
Die beiden genannten Entwicklungen gehen nach Ansicht des Landesjugendrings NRW in eine vielversprechende Richtung. Im Falle des Bürger_innenrates ist jedoch anzumerken, dass dieser nicht als „Ersatz“ für Kinder- und Jugendbeteiligung gedacht werden kann, da erstens nur junge Menschen ab 16 Jahren beteiligt sind und zweitens durch die gemischte Altersgruppe keine zielgruppenspezifische Beteiligung gegeben ist.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Landesjugendring NRW, ebenso wie die LAG Jugendringe NRW als Mitgliedsverband des Landesjugendrings NRW, als Expert_innen zum Bürger_innenrat Rheinisches Revier eingeladen wurden. Die Effektivität der Maßnahmen im bislang noch nicht veröffentlichten Papier sind an den Qualitätskriterien gelungener Jugendbeteiligung zu messen. Ebenso müssen die Maßnahmen durch ausreichende Finanzierung und Ressourcen begleitet werden.
Das Gutachten „Jugendbeteiligung im Rheinischen Revier“ lässt sich hier abrufen.
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